Untertitel

Eingeblendeter Text, der Gesprochenes lesbar macht. In sozialen Netzwerken entscheiden Untertitel darüber, ob ein Film überhaupt verstanden wird. Sie sind außerdem der einfachste Schritt zu einem barrierefreien Video.

Worauf es in der Praxis ankommt

Untertitel gelten vielen Auftraggebern als Zugabe. Tatsächlich sind sie in sozialen Netzwerken die Voraussetzung dafür, dass ein Film ankommt: Der überwiegende Teil aller Abspielungen startet dort stumm, und wer nichts liest, scrollt weiter, bevor er den Ton einschaltet. Ein Interviewfilm ohne Untertitel ist im Feed ein Film ohne Inhalt.

Offen oder geschlossen

  • Offene Untertitel sind fest ins Bild gerechnet, im Fachjargon „eingebrannt”. Sie sind immer da: in jedem Player, auf jeder Plattform, ohne Zutun des Zuschauers. Dafür lassen sie sich nicht abschalten, nicht korrigieren und nicht übersetzen, ohne die Fassung neu auszuspielen.
  • Geschlossene Untertitel liegen als eigene Datei daneben (SRT oder VTT) und werden zugeschaltet. Sie sind korrigierbar, mehrsprachig und für Suchmaschinen lesbar. Sie hängen aber daran, dass der Player sie unterstützt und jemand sie einschaltet.

Als Faustregel: Social offen, Website und YouTube geschlossen. Überall dort, wo Sie den Player nicht kontrollieren, brennen wir ein; wo Sie ihn kontrollieren, liefern wir die Datei. Sie kostet nichts extra und macht eine zweite Sprachfassung zu einer Textarbeit statt zu einem neuen Export.

Für hörbehinderte Zuschauer geht eine gute Fassung über den Wortlaut hinaus: Sie kennzeichnet, wer spricht, und benennt Geräusche, die für das Verständnis zählen. Bei Filmen mit mehreren Sprechenden ist dieser Unterschied deutlich spürbar.

Was regelmäßig schiefgeht

  • Automatische Transkription ist eine brauchbare Rohfassung und ein schlechtes Endergebnis. Ausgerechnet Firmennamen, Produktbezeichnungen und Fachbegriffe erkennt sie falsch. Also genau die Wörter, auf die es ankommt. Die Korrekturzeit gehört in den Plan.
  • Die Position. Das untere Bilddrittel wird in Feeds von Bedienelementen und Bildunterschriften verdeckt. Dort gehören Untertitel höher.
  • Das Tempo. Zwei Zeilen, nicht drei, und lieber sinngemäß kürzen als mitschreiben. Wer liest, sieht nicht.

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Weiterführend: Sabine Lenk (o.J.): „Untertitel". In: Lexikon der Filmbegriffe, Universität Kiel. filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/u:untertitel-3933

Der Text auf dieser Seite stammt von uns. Das verlinkte Lexikon der Universität Kiel haben wir beim Schreiben herangezogen und empfehlen es für die filmwissenschaftliche Vertiefung.

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