Schnitt

Die Auswahl und Anordnung des gedrehten Materials: der Schritt, in dem aus Aufnahmen ein Film wird. Der Schnitt entscheidet über Reihenfolge, Länge und Tempo, und er kann nur zeigen, was auch gedreht wurde.

Worauf es in der Praxis ankommt

Der Schnitt ist der Moment, in dem ein Projekt zum ersten Mal als Film existiert. Vorher gibt es ein Konzept und Aufnahmen. Beides ist noch kein Film. Nützlich ist die Unterscheidung zweier Stufen, die im Alltag oft in einen Topf geworfen werden:

  • Rohschnitt klärt die Struktur: Welche Aussagen kommen vor, in welcher Reihenfolge, wie lang wird der Film. Er sieht bewusst unfertig aus: ohne Farbbearbeitung, mit vorläufiger Musik und mit Platzhaltern, wo später Grafiken sitzen.
  • Feinschnitt klärt den Rhythmus: wo ein Bildwechsel sitzt, wo eine Pause stehen bleibt, wie ein Übergang funktioniert.

Daraus folgt eine praktische Regel für Ihre Rückmeldungen: Strukturfragen gehören in den Rohschnitt. „Können wir mit einem anderen Thema anfangen?” ist dort eine Anmerkung von zehn Minuten. Im Feinschnitt ist es eine neue Fassung.

Was der Schnitt nicht kann

Er kann kürzen, umstellen, betonen und weglassen. Hinzufügen kann er nichts. Ein Satz, der im Interview so nicht gefallen ist, existiert nicht; eine Einstellung, die niemand gedreht hat, lässt sich nicht herbeischneiden. Deshalb ist die Frage „Haben wir genug?” am Drehtag wichtiger als am Schnittplatz. Deshalb drehen wir zu jeder Kernaussage Bilder, die sie tragen können, auch wenn am Set noch nicht feststeht, welche davon gebraucht werden.

Warum ein Film im Schnitt kürzer wird

Fast jedes Projekt hat mehr brauchbares Material als Platz. Die eigentliche Arbeit ist nicht das Aneinanderfügen, sondern das Weglassen von Aufnahmen, die gut sind und trotzdem nichts erzählen. Wenn eine Fassung von acht auf drei Minuten schrumpft, wirkt das auf Auftraggeber wie Verlust. Im Ergebnis ist es der Grund, warum der Film zu Ende gesehen wird.

Verwandte Begriffe

Passende Leistung

Videoproduktion bei Mastlicht Media

← Alle Begriffe

Weiterführend: James zu Hüningen (o.J.): „Schnitt 1". In: Lexikon der Filmbegriffe, Universität Kiel. filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/s:schnitt1-4436

Der Text auf dieser Seite stammt von uns. Das verlinkte Lexikon der Universität Kiel haben wir beim Schreiben herangezogen und empfehlen es für die filmwissenschaftliche Vertiefung.

Fragen oder direkt eine Idee?

Lass uns einfach darüber sprechen.

Name