Worauf es in der Praxis ankommt
Der häufigste Auftrag lautet: „Machen Sie uns aus dem Imagefilm ein paar Clips.” Das funktioniert selten. Ein Imagefilm ist auf Dauer gebaut, in der Breite kadriert und darauf angewiesen, dass jemand zuschaut. Ein Ausschnitt daraus wirkt im Hochformat wie ein Ausschnitt. Weil er einer ist.
Was vor dem Dreh entschieden sein muss
- Das Format. Hochkant wird gedreht, nicht beschnitten. Wer das erst in der Nachbearbeitung entscheidet, verliert an jeder Seite des Bildes das, was den Zusammenhang erklärt.
- Die Schutzzonen. Oben und unten legen die Plattformen ihre eigenen Bedienelemente über das Bild: Name, Text, Schaltflächen. Was dort liegt, ist verdeckt. Gesichter und Schrift gehören in die Mitte.
- Die Menge. Ein Drehtag, der auf ein Ergebnis zielt, liefert ein Ergebnis. Ein Drehtag, der auf einen Vorrat zielt, liefert Material für Wochen. Die Kosten sind fast gleich, weil Anfahrt, Aufbau und Licht ohnehin bezahlt sind.
Der eigentliche Engpass liegt nicht in der Produktion
Die meisten Unternehmen scheitern nicht daran, Material zu bekommen, sondern daran, es herauszubringen. Wenn jeder Beitrag durch drei Freigaben muss, ist der Anlass vorbei, bevor der Beitrag online geht. Klären Sie vorher, wer ohne Rückfrage veröffentlichen darf und wo die Grenze liegt. Das ist wichtiger als jede Frage zur Kameratechnik.
Dazu kommt eine unangenehme Wahrheit über die Haltbarkeit: Der Aufwand pro Stück ist hier deutlich geringer als bei einem Film, und die Lebensdauer ist es auch. Deshalb lohnt sich ein Vorrat aus wenigen Drehtagen mehr als ein einzelnes, aufwendig produziertes Stück. Der beste Zeitpunkt für Social-Media-Material ist fast immer der Tag, an dem ohnehin ein Team vor Ort ist.