Showreel

Ein kurzer Zusammenschnitt der stärksten Arbeiten. Kein Film über ein Projekt, sondern ein Beleg für Können. Gemacht für Menschen, die höchstens sechzig Sekunden geben.

Worauf es in der Praxis ankommt

Das Showreel kommt aus der Film- und Werbebranche, wo es Regie, Kamera und Produktionsfirmen als Arbeitsprobe dient. Für Unternehmen außerhalb der Branche ist es aus einem anderen Grund interessant: Es ist das einzige Format, das Bandbreite zeigen kann, ohne langweilig zu werden.

Ein Architekturbüro mit fünfzehn fertiggestellten Projekten kann keine fünfzehn Filme produzieren. Ein Zusammenschnitt der sehenswertesten Momente aus mehreren Projekten leistet für Messen, Wettbewerbsbewerbungen und die Startseite oft mehr als jeder Einzelfilm.

Die Regeln sind unbequem, aber eindeutig

  • Kurz. Dreißig bis sechzig Sekunden. Wer neunzig Sekunden braucht, hat noch nicht aussortiert.
  • Die stärkste Einstellung zuerst. Nicht chronologisch, nicht nach Auftragsgröße, nicht nach Kundenwichtigkeit. Ein Showreel, das sich aufbaut, wird nicht zu Ende geschaut.
  • Ohne Ton verständlich. Der überwiegende Teil aller Abspielungen in sozialen Netzwerken läuft stumm. Was nur mit Musik funktioniert, funktioniert dort nicht.
  • Ein Gedanke, nicht alle. Ein Reel, das Kompetenz zeigt, und eines, das Arbeitsatmosphäre zeigt, sind zwei Reels.

Der praktische Punkt

Ein Showreel entsteht am günstigsten nicht als eigener Auftrag, sondern als Nebenprodukt. Wenn ohnehin gedreht wird, kostet das zusätzliche Material für ein späteres Reel wenig. Es getrennt nachzuholen kostet einen kompletten Drehtag. Deshalb lohnt es sich, schon beim ersten Projekt festzulegen, dass Material dafür mitgesammelt wird.

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