Worauf es in der Praxis ankommt
Der Imagefilm ist das am häufigsten bestellte und am seltensten präzise beauftragte Format. Das liegt daran, dass „Image” alles und nichts heißen kann. In der Praxis entscheidet sich die Qualität eines Imagefilms an einer einzigen Frage, die vor dem ersten Drehtag beantwortet sein muss: Wer soll ihn sehen, und was soll diese Person danach tun?
Ein Film für Auftraggeber sieht anders aus als einer für Bewerber. Der erste muss Verlässlichkeit und Kompetenz zeigen, der zweite Atmosphäre und Kollegen. Beides in einen Film zu packen, führt fast immer zu einem Film, der für beide Gruppen nur mittelmäßig funktioniert. Wenn das Budget nur einen Film hergibt, ist die ehrlichste Empfehlung, sich zu entscheiden. Aus demselben Drehmaterial lässt sich dann eine zweite, kürzere Fassung für die andere Zielgruppe schneiden.
Was einen Imagefilm trägt
- Echte Menschen aus dem Betrieb, nicht gebuchte Darsteller. Der Unterschied ist im fertigen Film sofort sichtbar und der häufigste Grund, warum ein Film glaubwürdig wirkt oder eben nicht.
- O-Töne statt Sprechertext, wo es geht. Ein Meister, der in eigenen Worten erklärt, worauf er achtet, überzeugt mehr als jeder formulierte Satz aus dem Off.
- Konkrete Arbeit, nicht Symbolbilder. Eine Aufnahme davon, wie eine Verbindung tatsächlich gesetzt wird, sagt mehr als zehn Schwenks über ein fertiges Gebäude.
Was ihn kaputtmacht
Der größte Fehler ist Vollständigkeit. Sobald jede Abteilung im Film vorkommen soll, entsteht eine Aufzählung, und Aufzählungen schaut niemand zu Ende. Ein Imagefilm, der drei Dinge richtig erzählt, wirkt länger nach als einer, der zwölf Dinge erwähnt.
Der zweite Fehler ist die Länge. Für die Startseite einer Website liegt die brauchbare Spanne bei etwa zwei bis drei Minuten. Alles darüber braucht einen sehr guten Grund und den Nachweis, dass der Film auch tatsächlich in einer Situation gezeigt wird, in der Menschen sitzen bleiben.