Worauf es in der Praxis ankommt
Employer Branding ist einer der Begriffe, die im Briefing selten hinterfragt werden. In der Praxis führt das zu Filmen, die austauschbar sind: Drohnenflug über den Betriebshof, lachende Menschen in der Kantine, ein Satz über Teamgeist. Solche Filme erzeugen Bewerbungen von Menschen, die nichts über die Arbeit erfahren haben. Solche Bewerber gehen überdurchschnittlich oft in der Probezeit wieder.
Der wirksamste Employer-Branding-Film macht das Gegenteil: Er filtert. Er zeigt, wie ein Arbeitstag wirklich aussieht: auch, dass um sechs Uhr angefangen wird, dass im Winter draußen gearbeitet wird, dass die Baustelle wechselt. Wer sich danach meldet, weiß, worauf er sich einlässt.
Was in solchen Filmen funktioniert
- Die Menschen, die die Arbeit machen, sprechen selbst. Nicht die Geschäftsführung über das Betriebsklima, sondern der Azubi im zweiten Lehrjahr darüber, was ihn überrascht hat.
- Eine konkrete Sache statt einer Aufzählung von Benefits. Vier Standardvorteile, die jeder Wettbewerber auch bietet, unterscheiden nicht. Eine einzige Eigenheit, die es nur bei Ihnen gibt, unterscheidet.
- Ehrlichkeit über die harten Seiten. Sie kostet ein paar Bewerbungen und spart mehrere Fehlbesetzungen.
Warum das für die Baubranche besonders zählt
Architektur- und Ingenieurbüros konkurrieren um Nachwuchs mit Konzernen, Behörden und der Industrie. Ihr Vorteil liegt selten beim Gehalt, sondern in den Projekten und darin, wie im Büro gearbeitet wird. Genau das lässt sich filmen und in einer Stellenanzeige nicht beschreiben. Ein Film ist hier weniger Werbung als Übersetzung.