Recruitingfilm

Ein Film, der auf eine konkrete Stelle einzahlt statt auf das Arbeitgeberbild insgesamt. Er hat einen Adressaten, einen Abspielort und ein Ziel, das man zählen kann: eine Bewerbung.

Worauf es in der Praxis ankommt

Recruitingfilm und Employer Branding werden im Briefing meist in einem Atemzug genannt, sind aber zwei verschiedene Aufträge. Employer Branding ist die langfristige Arbeit am Bild des Arbeitgebers. Ein Recruitingfilm ist ein Werkzeug für eine offene Stelle: Er läuft in einer Kampagne mit, für eine absehbare Zeit, und man merkt ihm an, wen er sucht.

Vier Entscheidungen vor dem Dreh

  • Welche Stelle genau? Ein Film für Auszubildende und einer für erfahrene Bauleitung haben nichts gemeinsam: nicht das Tempo, nicht die Sprache, nicht die Person vor der Kamera.
  • Wo läuft er? Auf der Karriereseite darf er länger sein als in einer Stellenbörse, und beides ist wieder etwas anderes als ein hochformatiger Ausschnitt in einem sozialen Netzwerk.
  • Wer spricht? Am wirksamsten ist jemand aus der Zielgruppe, nicht aus der Personalabteilung. Wer wissen will, wie die Arbeit ist, glaubt dem, der sie macht.
  • Wohin führt er? Ein Film ohne benannten nächsten Schritt endet in Wohlwollen ohne Folge. Gemeint sind Seite, Ansprechpartner, Nummer.

Der Punkt, der später Ärger macht

Menschen wechseln den Arbeitgeber. Wenn Ihr Gesicht der Kampagne nach einem Jahr kündigt, läuft der Film weiterhin, und die Einwilligung nach der Datenschutz-Grundverordnung kann widerrufen werden. Wir klären das vor dem Dreh schriftlich und drehen zusätzlich so, dass nicht alles an einer einzigen Person hängt. Das kostet auf dem Set eine halbe Stunde und erspart im Zweifel eine neue Produktion.

Woran Sie den Erfolg messen

Nicht an Aufrufen. Ein Recruitingfilm ist gut, wenn die Bewerbungen zur Stelle passen und die Gespräche kürzer werden, weil die Leute schon wissen, wie bei Ihnen gearbeitet wird. Beides lässt sich im Bewerbungsgespräch erfragen. Das ist die einzige Zahl, die zählt.

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Weiterführend: Heinz-Hermann Meyer (o.J.): „Recruitingfilme". In: Lexikon der Filmbegriffe, Universität Kiel. filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/r:recruitingfilme-9406

Der Text auf dieser Seite stammt von uns. Das verlinkte Lexikon der Universität Kiel haben wir beim Schreiben herangezogen und empfehlen es für die filmwissenschaftliche Vertiefung.

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