Produktionsplanung

Die Übersetzung eines freigegebenen Konzepts in Termine, Wege und Zuständigkeiten. Sie entscheidet darüber, ob ein Drehtag reicht. Sie ist der Teil der Arbeit, den Auftraggeber am wenigsten sehen und am deutlichsten spüren.

Worauf es in der Praxis ankommt

Ein Drehplan folgt nicht der Reihenfolge des Films, sondern der Reihenfolge der Orte und des Lichts. Was im fertigen Film als erste Einstellung läuft, wird möglicherweise am Nachmittag des zweiten Tages gedreht. Diese Umsortierung ist der eigentliche Kern der Planung: Alles, was am selben Ort passiert, passiert hintereinander, weil jeder Umzug Zeit kostet, die niemand im Bild sieht.

Was den Umfang bestimmt

  • Die Zahl der Motive und die Entfernung dazwischen. Zwei Baustellen im selben Landkreis sind etwas anderes als zwei Baustellen mit einer Stunde Fahrt dazwischen. Ein Ortswechsel kostet leicht einen halben Vormittag.
  • Wie viele Menschen sprechen. Jeder O-Ton bedeutet Aufbau, Ton, Ruhe im Raum und Zeit zum Warmwerden.
  • Ob am selben Tag auch fotografiert wird. Möglich, aber nie gleichzeitig.
  • Tageslicht und Jahreszeit. Im November ist ein Außendreh gegen 16:30 Uhr vorbei, im Juni nicht.

Was vorab geklärt sein muss

Auf fremdem Gelände hängt der Dreh an Zusagen, die nicht die Produktion geben kann: die Betretungserlaubnis des Bauherrn, die Sicherheitsunterweisung für Fremdfirmen, die Abstimmung mit der Bauleitung, bei Drohnenaufnahmen die Genehmigungslage und das Einverständnis der Beteiligten am Boden. Dazu kommt die Einwilligung aller Personen, die erkennbar im Bild sind. Diese Punkte brauchen Vorlauf: realistisch zwei bis drei Wochen, nicht zwei bis drei Tage.

Der Puffer, der immer fehlt

Ein Ausweichtermin für schlechtes Wetter wird selten mitgeplant und fast immer gebraucht. Er lässt sich später kaum nachholen, weil dann nicht das Wetter das Problem ist, sondern die Kalender der Menschen vor der Kamera. Ihn gleich bei der Terminfindung mitzureservieren, kostet nichts. Ihn zu suchen, kostet Wochen.

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Weiterführend: James zu Hüningen (o.J.): „Drehplan". In: Lexikon der Filmbegriffe, Universität Kiel. filmlexikon.uni-kiel.de/doku.php/d:drehplan-876

Der Text auf dieser Seite stammt von uns. Das verlinkte Lexikon der Universität Kiel haben wir beim Schreiben herangezogen und empfehlen es für die filmwissenschaftliche Vertiefung.

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