Worauf es in der Praxis ankommt
Die häufigste Überraschung am Drehtag ist nicht technischer Art, sondern zeitlicher: Ein Drehtag beginnt früher und dauert länger, als die meisten erwarten. Der frühe Beginn hat handfeste Gründe: auf Baustellen wird ohnehin früh gearbeitet, Innenräume sind vor Publikumsverkehr noch leer, und das Licht am Vormittag ist besser als das um 14 Uhr.
Was Sie vorbereiten sollten
- Eine Ansprechperson vor Ort, die entscheiden darf und den ganzen Tag erreichbar ist. Das ist der wichtigste Punkt der Liste. Wer erst telefonieren muss, ob eine Tür geöffnet werden darf, verliert eine halbe Stunde.
- Zugang und Anfahrt: Anmeldung an der Pforte, Schlüssel, ein Parkplatz nah am Motiv. Technik wird getragen.
- Strom in der Nähe der Drehorte.
- Einen ruhigen Raum für Interviews. Kein Großraumbüro, keine laute Lüftung, keine Kaffeemaschine, Telefone aus. Ton lässt sich später nicht reparieren.
- Informierte Mitwirkende. Wer vor die Kamera soll, sollte es seit Tagen wissen, nicht seit zehn Minuten. Kleidung vorher abstimmen, Fremdlogos vermeiden. Wer nicht ins Bild will, sagt es vorher.
- Aufgeräumte Flächen und bereitgestelltes Material sowie die nötige Schutzausrüstung, auch für das Team.
Wo die Zeit hingeht
Auf- und Abbau, jeder Wechsel des Aufnahmeorts, jede Lichtänderung. Ein Interview von dreißig Sekunden Endlänge braucht mit Aufbau und Gespräch gut eine Stunde. Dazwischen liegen Wiederholungen, weil ein Lkw rangiert oder eine Flex angeht. Wer zusätzlich einen Rundgang mit der Geschäftsführung einplant, plant einen weiteren Programmpunkt, keine Pause.
Wenn es regnet
Regen bricht nicht automatisch alles ab: Innenmotive, Werkstatt, Interviews und Details lassen sich vorziehen. Was nicht geht, sind Drohnenaufnahmen und Außenbilder, die in der Sonne freigegeben wurden. Die Entscheidung fällt gemeinsam am Vorabend. Deshalb steht der Ausweichtermin schon im Kalender, bevor jemand die Wettervorhersage liest.